Vorsicht bei der Wiesenmahd - Rehkitze in Gefahr


Jedes Jahr fallen in Deutschland hunderttausende Jungtiere wie Rehkitze und junge Feldhasen den frühen Wiesenmahden, also Mäharbeiten, zum Opfer. Gerade jetzt, wenn die Mahd ansteht, befinden sich auch viele Wildtiere in der Brut- und Setzzeit. Um sie vor anderen Tieren zu schützen, werden die Jungtiere ins Gras gesetzt. Dort verstecken sie sich und laufen bei Gefahr auch nicht weg, sondern ducken sich instinktiv noch tiefer in ihr Versteck. Genau das hilft oftmals gegen den Fuchs, wird ihnen bei Mäharbeiten aber häufig zum Verhängnis.
 
Doch nicht nur für getötete oder verletzte Jungtiere kann die Wiesenmahd zur Gefahr werden. Geraten die toten Tiere ins Heu und in die Silage, kann das zu Vergiftungserscheinungen, Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten bei Milchvieh und Pferden führen.
 
Dabei lassen sich solche Verluste leicht verhindern, wenn ein paar einfache Hinweise beachtet werden. Werden Wildtiere rechtzeitig gewarnt, bringen sie ihre Jungtiere aus der Gefahrenzone bevor es brenzlig wird. Um dies effektiv zu nutzen, sollte man etwa sechs bis zwölf Stunden vor der Mahd aktiv werden. Wie genau das funktioniert und was es zu beachten gilt, kann ab sofort in einem neuen Informationsflyer nachgelesen werden, der sowohl im Rathaus Metzingen als auch in den Verwaltungsstellen Neuhausen und Glems zur Mitnahme ausliegt. Dieser Flyer kann auch per E-Mail an m.klein@metzingen.de angefordert werden.
 
Besonders wichtig ist auch, dass Landwirte und Lohnunternehmer nach dem Tierschutzgesetz verpflichtet sind, bei der Mahd Tötungen und Verletzungen von Wildtieren zu vermeiden. Dazu gehört es auch die Jagdausübungsberechtigten rechtzeitig zu informieren oder andere geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Erfolgt dies nicht, liegt sogar eine Straftat nach § 17 des Tierschutzgesetzes vor, die mit Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann.
 
Aber auch die Hundehalterinnen und Hundehalter müssen vor allem zur jetzigen Zeit besondere Vorsicht walten lassen. Keinesfalls dürfen Hunde gerade jetzt frei über Felder und Wiesen laufen. Es könnten sich Jungtiere darin verbergen. Leider kommt es immer wieder vor, dass Hunde wildern, wenn ihr natürlicher Jagdtrieb geweckt wird. Totgebissene oder verletzte Rehkitze sind das Ergebnis. „Wenn auch nur ein Kitz vor dem Mähtod gerettet werden kann, hat sich der geringe Aufwand schon gelohnt“, so die Stadtverwaltung Metzingen.
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