Mitmachaktion Flagge zeigen für den Frieden


Am Montag, 8. Juli 2019, findet der weltweite Flaggentag des internationalen Bündnisses „Mayors for Peace“ („Bürgermeister für den Frieden“) statt. Alljährlich wird am 8. Juli überall auf der Welt die Flagge des Bündnisses gehisst in Erinnerung an die völkerrechtliche Verpflichtung zur vollständigen Abrüstung aller Atomwaffen.
 
Seit über einem Jahr ist auch Metzingen Mitglied bei „Bürgermeister für den Frieden“. In diesem Jahr findet anlässlich des internationalen Flaggentags erstmals eine besondere Mitmachaktion statt, die der Arbeitskreis Frieden, die Galeristin Bettina Scharping und die Stadtverwaltung gemeinsam mit Metzinger Schulen, Jugendgruppen und Vereinen auf die Beine gestellt haben.
 
„Wir möchten die Hoffnung auf Frieden und Abrüstung sichtbar machen und zwar nicht nur mit der offiziellen Fahne, sondern zusätzlich mit vielen unterschiedlichen, selbst gestalteten Fahnen, schließlich geht der Frieden uns alle etwas ein“, so die Organisatoren. Um das zu ermöglichen, haben Kinder und Jugendliche in den letzten Tagen und Wochen ihrer Kreativität freien Lauf gelassen. Es wurde gemalt, geklebt, gebastelt und ausprobiert. Ob Stoff, Papier, Karton oder Recyclingmaterialien – erlaubt war, was gefällt.
 
Das Ergebnis dieser Aktion sind Hunderte von individuellen „Fahnen für den Frieden“. Aber auch Schirme, Mobiles und vieles mehr ist dabei. Am kommenden Montag, 8. Juli 2019, werden diese Kunstwerke um 11 Uhr auf dem Platz vor dem Neuen Rathaus öffentlich präsentiert. Neben den Organisatoren und Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler werden sich auch die vielen jungen Künstlerinnen und Künstler die Präsentation ihrer Werke nicht entgehen lassen. Beteiligt haben sich unter anderen eine dritte Klasse und mehrere gemischte Klassen aus dem Religions- und Ethikunterricht von der Sieben-Keltern-Schule sowie die Schönbein-Realschule mit zwei Klassen, die Uhlandschule mit einer Gruppe, die Neugreuthschule mit zwei Klassen, eine KIWI-Mädchengruppe, der CVJM mit den Regenbogenkids und die Mobile Jugendberatung – Just4girls. Hinzu kommen noch zahlreiche Einzelaktionen.
 
Im Mittelpunkt der Aktion stand aber nicht nur die Kreativität der Schülerinnen und Schüler. Genauso wichtig war es auch, dass sich die Kinder und Jugendlichen mit dem Thema Krieg und Frieden bewusst auseinandersetzen. Dazu ist Bettina Scharping direkt in die Klassen gegangen: „Wir haben viele interessante und auch bewegende Gespräche dazu geführt. Das war großartig“, so Scharping.
 
Für Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler ist es auch in diesem Jahr besonders wichtig sich für Frieden und Abrüstung einzusetzen, denn die Entwicklung auf internationaler Ebene gebe Anlass zur Sorge. „Atomwaffen spielen in den nationalen Sicherheitsstrategien offenbar wieder eine größere Rolle. Das ist eine beunruhigende Entwicklung.“ so Dr. Fiedler. Auch die Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran durch die USA, die stockenden Abrüstungsverhandlungen mit Nord-Korea sowie das Aus für den INF-Vertrag sind keine guten Entwicklungen.  
 
Die Organisation „Mayors for Peace“ wurde im Jahr 1982 auf Initiative der Städte Hiroshima und Nagasaki gegründet. Das Ziel ist eine Welt ohne Atomwaffen. Um dieses Ziel zu erreichen, veranstaltet die Organisation verschiedene Aktionen und Kampagnen. Im Jahr 1991 wurde „Mayors for Peace“ vom Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen als Nichtregierungsorganisation (NGO) registriert. Zudem ist „Mayors for Peace“ eine Partnerorganisation von ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear Weapons), die im Jahr 2017 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden ist.
 
Weltweit gehören ca. 7.500 Städte und Gemeinden aus über 160 Ländern dem Bündnis an. In Deutschland sind es über 500 Mitglieder. Atomwaffen stellen eine immense Bedrohung für Städte und Gemeinden auf der ganzen Welt dar. Städte wären im Falle eines atomaren Angriffs durch ihre Wirtschaftskraft, Infrastruktur und hohe Einwohnerzahlen herausgehobene Ziele. Das Bündnis der „Mayors for Peace“ setzt sich für das Recht der Bevölkerung auf ein Leben frei von dieser Bedrohung ein. Jeder Einsatz von Atomwaffen, ob vorsätzlich oder versehentlich, würde katastrophale, weitreichende und langanhaltende Folgen für Mensch und Umwelt nach sich ziehen. Die „Mayors for Peace“ setzen sich daher für den 2017 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Atomwaffenverbotsvertrag (Treaty on the Prohibition of Nuclear Weapons) ein und fordern weltweit die Regierungen auf, diesem Vertrag beizutreten. In dem Vertrag werden Atomwaffen ausdrücklich geächtet.

Bild_Vorbereitung Mayors for peace_2019