Wohnraum geht uns alle etwas an


Das Thema Wohnraum bleibt auch in Metzingen weiterhin brandaktuell. Erst vor einigen Wochen hatte die Stadtverwaltung einen ganz neuen Weg beschritten: Es wurde ein neues städtisches Förderprogramm ins Leben gerufen, um Wohnungen, die seit langem leer stehen, wieder auf den Wohnungsmarkt zu bringen.
 
Im Blick haben die Verantwortlichen bei der Stadtverwaltung vor allem all jene Wohnungen, die bereits vorhanden sind, aber bislang leer stehen. Ein typisches Beispiel wäre eine leerstehende Einliegerwohnung in einem Haus, in dem etwa die Eigentümer selbst wohnen, aber auch Wohnungen in Zweifamilienhäusern oder leerstehende Gebäude. „So wie die Lage auf dem Wohnungsmarkt zurzeit ist, kann es nicht sein, dass Wohnungen in unserer Stadt leer bleiben“, so Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler. Jeder, der Wohnraum zu vermieten habe, trage auch eine soziale Verantwortung. „Wir in Metzingen haben das große Glück in einer intakten Stadtgesellschaft zu leben. Die Metzingerinnen und Metzinger halten zusammen und packen auch zusammen an, um das Beste aus unserer Stadt zu machen. Auch die Schaffung von Wohnraum ist eine Gemeinschaftsaufgabe, bei der wir alle anpacken müssen“, betonte der Oberbürgermeister.
 
Mit der neuen Prämie möchte die Stadtverwaltung all jene unterstützen, die eine leerstehende Wohnung nun doch vermieten. Dafür gibt es einen Zuschuss von 5.000 Euro. Ein paar einfache Kriterien müssen einhalten werden. Die Wohnung muss beim jeweiligen Eigentümer seit mindestens neun Monaten leer stehen. Die neue Vermietung muss von privat zu privat sowie unbefristet oder mindestens für fünf Jahre erfolgen. Es darf nicht an nahe Verwandte vermietet werden und die Wohnung muss in einem allgemein ordentlichen Zustand sein. Auf die Größe der Wohnung kommt es nicht an. Auch gibt es keine Sozialbindung im Hinblick auf die Mieter.
 
Die bisherigen Rückmeldungen auf das Mitte Mai gestartete Zuschussprogramm sind zwar zahlreich und es werden bereits Wohnungen besichtigt. „Trotzdem gibt es weiterhin viele leerstehende Wohnungen in unserer Stadt, deren Vermieter sich bislang leider nicht bei uns gemeldet haben“ bedauert Sabine Schmidt, die seitens der Stadtverwaltung für die Kampagne Wohnraum zuständig ist. Schmidt möchte den potenziellen Vermietern mögliche Berührungsängste nehmen: „So viele Menschen, darunter auch zahlreiche Familien oder Alleinerziehende mit Kindern, suchen händeringend nach Wohnraum in unserer Stadt. Da sollten wir als Metzingerinnen und Metzinger doch mithelfen und Wohnraum schaffen, auch wenn wir in einzelnen Fällen die Gründe für eine Nicht-Vermietung nachvollziehen können.“
 
Zwar laufen in Metzingen derzeit einige Neu- oder Umbauprojekte, weitere sind Planung.  Allerdings haben Bauprojekte auch Nachteile, denn die Umsetzung dauert ihre Zeit, ist oftmals mit einer Flächenversiegelung verbunden und muss im Fall eines Investors für diesen attraktiv sein. Demgegenüber sind die bislang leerstehenden Wohnungen bereits vorhanden. Sie könnten zeitnah angeboten werden, denn in der Regel sind höchstens kleinere Reparatur- oder Modernisierungsmaßnahmen notwendig. „Unser Förderprogramm läuft noch bis Ende des Jahres. Wir hoffen, dass sich viele Menschen, die leerstehenden Wohnraum haben, noch bei uns melden. Wohnraum geht uns alle etwas an.“, so die Stadtverwaltung.