Ministerbesuch auf der Metzinger Kläranlage


Über einen ganz besonderen Gast durften sich vor Kurzem Metzingens Oberbürgermeister Dr. Ulrich Fiedler und die Mitarbeiter der Metzinger Kläranlage rund um Betriebsleiter Jaroslaw Wozniak freuen. Franz Untersteller, Baden-Württembergs Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, stattete der Kläranlage des Abwasserverbands Ermstal einen Besuch ab.  
 
Anlass für den Ministerbesuch war die vorbildliche Organisation des Abwasserverbands Ermstal, dessen Vorsitzender Dr. Fiedler ist, in der aktuellen Corona-Krise. Bereits Mitte März wurde der Betrieb der Kläranlage auf einen Schicht- bzw. Wechselbetrieb umgestellt, um auch in der Krise die Reinigung des Abwassers sicherzustellen. Konkret bedeutet das, dass die Anlage im wöchentlichen Wechsel von je der Hälfte der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betrieben wird. So wird vermieden, dass sich die beiden Teams treffen und gleichzeitig gewährleistet, dass die Anlage weiter betrieben werden kann, falls ein Team schlimmstenfalls Corona-bedingt ausfallen würde.
 
Der Minister zeigte sich beeindruckt, wie schnell und professionell in Metzingen auf die veränderten Anforderungen in der Corona-Krise reagiert wurde. Die bestehenden, gut ausgebauten Strukturen seien so angepasst worden, dass auch in der Krise der Betrieb der Kläranlage gewährleisten werden könne. Möglich sei dies vor allem deshalb, weil auf der Kläranlage ein außerordentlich motiviertes und engagiertes Team zusammenarbeite, betonte der Verbandsvorsitzende Dr. Ulrich Fiedler. „Hier ziehen alle an einem Strang und alle sind sich ihrer Verantwortung bewusst. Das war vor Corona schon so und ist in der jetzigen Krise erst recht so“, sagte Dr. Fiedler weiter.
 
Bei einem Rundgang über das Anlagengelände betonte Minister Untersteller die Bedeutung solcher Leistungen für die Bürgerinnen und Bürger. „Sowohl in „normalen“ Zeiten als auch insbesondere in der aktuellen Krise zeigt sich, wie wichtig die Arbeit hier auf der Kläranlage ist. Die Reinigung von gebrauchtem Abwasser wird leider oftmals für selbstverständlich gehalten, obwohl ein großer Aufwand und sehr viel Verantwortung dahinter stecken´“, so der Minister weiter. Deshalb sei es ihm in der jetzigen Zeit ganz besonders wichtig, sich vor Ort bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu bedanken. Er habe die besonders moderne und effektive Anlage in Metzingen ausgewählt, stellvertretend für insgesamt rund 900 Kläranlagen im Land.
 
In der Kläranlage in der Metzinger Gutenbergstraße landet nicht nur das Abwasser aus Metzingen, Neuhausen und Glems, sondern auch aus Bad Urach, Dettingen, Hülben, Grafenberg und Kappishäusern. Zusammen bilden sie den Abwasserverband Ermstal, den es bereits seit dem Jahr 1971 gibt. Ziel war es damals und ist es auch heute noch mit einer größeren Kläranlage gemeinsam den steigenden technischen Anforderungen an die Abwasserbeseitigung gerecht zu werden. Heute wohnen im Verbandsgebiet etwa 50.000 Einwohner. Hinzu kommen weitere etwa 50.000 sogenannte Einwohnerwerte aus der Wirtschaft.

Besuch Untersteller