Luftreinigungsgeräte in Metzinger Kitas und Schulen kommen pünktlich zum Schulbeginn


In Metzingen werden Kindertageseinrichtungen und Schulen rechtzeitig zum Beginn des neuen Schuljahres mit mobilen Luftreinigungsgeräten und CO2-Ampeln ausgestattet. Daran haben der Gemeinderat, die Leitungen der Schulen und Kitas sowie Elternvertretungen gemeinsam mit der Stadtverwaltung in den vergangenen Wochen intensiv gearbeitet.

„Herkulesaufgabe“ für alle Beteiligten

„Für alle Beteiligten war das eine echte Herkulesaufgabe, aber wir sind sehr froh, dass es klappt und die mobilen Luftreinigungsgeräte nun rechtzeitig geliefert werden, bevor die Sommerferien rum sind. Vielen Dank an alle, die zu diesem Erfolg beigetragen haben“, betonte Erste Bürgermeisterin Jacqueline Lohde. Vorzubereiten gab es freilich jede Menge, denn nachdem der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause entschieden hatte, dass die Verwaltung das Thema angehen sollte und dafür zusätzlich 100.000 Euro zur Verfügung gestellt hatte, musste es richtig schnell gehen. Rund 760 Räume galt es zu begutachten und zu überprüfen.

Im Ergebnis werden sieben Einrichtungen mit mobilen Luftreinigungsgeräten ausgestattet. Vier davon gehen an die Sieben-Keltern-Schule, zwei an die Seyboldschule, zehn ans Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und jeweils eine an die Uhlandschule und an die Neugreuthschule. Einige der Schulen verfügen bereits über Luftreinigungsgeräte. Hinzu kommen mit der Kita Einsteinstraße und der Kita Neugreuth I zwei Kindertageseinrichtungen, die ebenfalls jeweils ein Gerät erhalten.

Landeskriterien mussten erfüllt werden

Die Anzahl der nun beschafften Geräte ergibt sich aus den Förderkriterien des Landes, denn gefördert werden nun Luftreinigungsgeräte für Räume, die schlecht belüftbar sind. Für die überwiegende Zahl der Räume in Metzinger Kitas und Schulen trifft das nicht zu. Dies haben auch die Vor-Ort-Begehungen nochmals deutlich gezeigt. Die anstehenden Lieferungen erfolgen in zwei Tranchen bis zum Schulbeginn bzw. bis zum Ende der zweiten Schulwoche. Mit dabei sind dann auch insgesamt 114 CO2-Sensoren. Die Kosten dafür liegen bei etwa 110.000 Euro. Entsprechende Förderanträge beim Land hat die Stadtverwaltung schon gestellt.

Nicht nur förderfähig, sondern auch nachhaltig

Bei der Beschaffung haben die Verantwortlichen bei der Stadt aber nicht nur die Förderfähigkeit im Blick gehabt. „Uns ist es auch wichtig, dass die Investitionen in den Einrichtungen nachhaltig sind“, so Lohde weiter. Konkret heißt das zum einen, dass die Geräte und ihre Filtertechnik wichtige Normen und Standards erfüllen müssen, etwa mit Blick auf die Filterleistung, um die Viren auch effektiv aus der Raumluft zu entfernen. Auch der maximal zulässige Lärmpegel für den Unterricht darf nicht überschritten und störende Zugluft durch die Geräte muss weitestgehend vermieden werden. Zudem müssen die Geräte sicher und einfach bedienbar und die Betriebssicherheit auf Dauer gewährleistet sein.

Die Stadtverwaltung hofft, dass die Anstrengungen zur Raumluftverbesserung auch dazu beitragen, dass im Falle einzelner positiver Corona-Testungen die Einrichtungen für die Kinder und Schüler geöffnet bleiben dürfen. Das wäre eine große Erleichterung für Eltern, Lehrerinnen und Lehrer sowie für die Erzieherinnen und Erziehen; vor allem aber auch für die Kinder.

Hintergrund: Förderrichtlinie des Landes BW

Die Förderrichtlinie für mobile Raumluftfiltergeräte und CO2 -Sensoren für Schulen und Kitas ist am 7. August 2021 in Kraft getreten. Seit dem 9. August 2021 können Bedarfe online angemeldet werden für:

  • mobile Raumluftfiltergeräte für den Einsatz in Räumen der Schulen bzw. Kindertageseinrichtungen mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit für die Nutzung durch Kinder unter 12 Jahren
  • mobile Raumluftfiltergeräte für den Einsatz in Räumen der Schulen mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit für die Nutzung durch Kinder ab 12 Jahren
  • CO2 -Sensoren zur Unterstützung des Lüftens
  • mobile Raumluftfiltergeräte für den Einsatz in Räumen der Kindertageseinrichtungen oder Schulen mit nicht eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit, soweit sie im Falle der Schule von Kindern der Klassen 1 bis 6 genutzt werden.

Welche Räume unter die Kategorie „eingeschränkt lüftbar“ fallen werden in der Förderrichtlinie wie folgt definiert:

„Räume, deren Fenster nur kippbar sind oder die nur über Lüftungsklappen mit minimalem Querschnitt verfügen und in denen keine raumlufttechnische Anlage installiert ist.“

Für eine Förderung ist eine Bedarfsanzeige notwendig. Das Land hat hierfür drei Meldephasen definiert:

Meldephase 1: 09.08.2021 bis 20.08.2021

Meldephase 2: 23.08.2021 bis 16.09.2021

Meldephase 3: 20.09.2021 bis längstens 20.12.2021

Die Stadt hat ihre Bedarfe im Zeitraum der Meldephase 1 angemeldet. Der Fördersatz für mobile Raumluftgeräte beträgt 50 Prozent. Gefördert werden nachweisbare Kosten für Beschaffung, qualifizierte Aufstellung und Inbetriebnahme eines Geräts bis 5.000 EUR. Der Förderbetrag pro Gerät beläuft sich also auf maximal 2.500 EUR pro Gerät.

Luftfilter