80 Jahre Kriegsende

Am 23. April 2025 erinnerte Metzingen an das Kriegsende vor 80 Jahren. Oberbürgermeisterin Carmen Haberstroh sprach ein Grußwort, Rudolf Renz hielt einen Vortrag über das Jahr 1945 als Zeit der Angst und Not in Metzingen. Themen sind die letzten Kriegsmonate, die Besetzung durch Amerikaner und Franzosen, sowie die schwierigen Lebensumstände danach. Anschließend zeigte Gerhard Stahl einen Film mit Zeitzeugenberichten.

Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums präsentieren zudem eine Ausstellung. Veranstalter war die FBA in Kooperation mit Schule, Stadtarchiv und AKS.

ein Bild und ein Link zum Film 

Schritte durch die Geschichte

Erste Spuren von Siedlern reichen bis in die Jungsteinzeit vor 3.500 Jahren zurück. Nach Kelten und Römern gründen die Alemannen eine Siedlung. Der Name "Metzingen" leitet sich von ihrem Sippenältesten Matizzo ab. Mit der Christianisierung erfolgt der Bau einer dem heiligen Martin geweihten Kirche, eine der Urpfarreien des Ermstals.

Metzingen wird erstmals urkundlich erwähnt.

Der Ort Metzingen wird erstamlig im Bempflinger Vertrag genannt. 
Übergabe der Hälfte des Ortes und der Kirche an den Grafen von Grüningen.

Die Herren von Stöffeln verzichten auf ihren Anteil an der Ortsherrschaft zugunsten der Grafen von Württemberg, die den anderen Teil bereits im 13. Jahrhundert erworben haben.

Graf Eberhard im Bart macht Metzingen zum Sitz eines Unteramts.

Die Martinskirche wird im spätgotischen Stil gebaut.

Die Reformation in Metzingen wird unter Herzog Ulrich eingeführt. Es gibt Konflikte mit dem Kloster Zwiefalten.

Ein Rathaus wird gebaut.

Durch florierenden Weinbau entsteht Wohlstand.

Der Kirchturm wird im Renaissancestil vollendet.

Herzog Johann Friedrich verleiht Metzingen ein eigenes Siegel, das heutige Stadtwappen.

Es kommt zu starken Zerstörungen nach der Schlacht bei Nördlingen (Dreißigjähriger Krieg). Die nachfolgende Pest rafft zwei Drittel der Bevölkerung dahin.

Das Textil- und Gerberhandwerk entwickelt sich.

Christian Friedrich Schönbein, Entdecker des Ozons und Erfinder der Nitrozellulose, wird in Metzingen geboren.

Es sind Ansätze einer Industrialisierung spürbar. Die Bevölkerung wächst stark an.

Erste Textilfabriken in Metzingen sind etabliert.

König Wilhelm I. erhebt Metzingen zur Stadt.

Missernten und Hungerjahre führen zur Auswanderungswelle nach Nordamerika.

Eisenbahnanschluss führt zu wirtschaftlichem Aufschwung Metzingens. Zahlreiche kleinere Industriebetriebe entstehen.

Neue öffentliche Einrichtungen entstehen: Schlachthof, Turnhalle, Hindenburgschule.
Das (alte) Rathaus erhält seine heutige Form.

Wirtschaftlicher und sozialer Einschnitt durch den Ersten Weltkrieg ist spürbar.
Es sind 183 Gefallene und 9 Vermisste aus Metzingen dokumentiert.

Inflation und Weltwirtschaftskrise führen zu zahlreichen Firmenpleiten und hoher Arbeitslosigkeit.

Die Nationalsozialisten ergreifen die Macht und schalten den Gemeinderat gleich. In der Folgezeit werden auch einige Metzinger in Schutzhaft genommen, eine jüdische Familie deportiert.

Metzingen bleibt von den Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs weitgehend verschont.
Es sind 391 Gefallene und 155 Vermisste aus Metzingen dokumentiert.

Die Stadt wird kampflos den Amerikanern übergeben, denen bald französische Truppen folgen.

Zahlreiche Flüchtlinge und Heimatvertriebene finden neue Heimat in Metzingen. "Wirtschaftswunder" bringt umfassenden Aufschwung. Neubaugebiete entstehen.

Neuhausen wird eingemeindet und ist nun ein Ortsteil der Stadt Metzingen.

Glems wird eingemeindet und ist nun der zweite Ortsteil der Stadt Metzingen.

Ein neues Rathaus entsteht.

Metzingen wird zur Großen Kreisstadt ernannt.

80 Jahre Kriegsende

Metzinger Straßennamen