Biotopverbundplanung

Die Verwaltungsgemeinschaft Metzingen, Riederich und Grafenberg erstellt derzeit eine kommunale Biotopverbundplanung. Auf dieser Seite informieren wir über die Ziele, den aktuellen Sachstand und die weiteren Schritte des Planungsprozesses.

Was ist ein Biotopverbund?

Biotope sind Lebensräume, die unsere heimischen Tier- und Pflanzenarten zur Nahrungssuche, als Fortpflanzungsstätten oder auch als Rückzugsgebiete benötigen. Insbesondere ist dabei wichtig, dass die Arten zwischen den verschiedenen Räumen wandern und sich genetisch austauschen können. Ein dichtes Netz verbundener Lebensräume – der sogenannte Biotopverbund – ist daher überlebenswichtig für die biologische Vielfalt und eine intakte Natur.

Aufgrund seiner großen Bedeutung hat das Land Baden-Württemberg die Stärkung des Biotopverbunds als wichtiges Ziel im Naturschutz festgelegt. Nach § 22 des Naturschutzgesetzes Baden-Württemberg soll bis zum Jahr 2030 ein funktionaler Biotopverbund auf mindestens 15 Prozent der Offenlandfläche des Landes etabliert werden.

Grundlage hierfür ist der Fachplan Landesweiter Biotopverbund. Er dient als einheitliche Planungsgrundlage für die Entwicklung und Umsetzung von Biotopverbundmaßnahmen. Der Fachplan konzentriert sich auf das Offenland sowie auf wenig mobile Tier- und Pflanzenarten und wird im Rahmen kommunaler Biotopverbundplanungen vor Ort überprüft und konkretisiert.

Die wichtigsten Bestandteile des Fachplans sind

  • Kernflächen: Besonders wertvolle Lebensräume mit Vorkommen charakteristischer Tier- und Pflanzenarten.
  • Kernräume: Zusammenschlüsse mehrerer Kernflächen zu größeren funktionalen Einheiten.
  • Suchräume: Bereiche zwischen Kernflächen und Kernräumen, die sich als Trittsteine oder Verbindungselemente eignen und die Wanderung von Arten ermöglichen. 
Biotopverbundplanung.

Kommunale Biotopverbundplanung

Im August 2023 beschloss der Gemeinderat Metzingen die Durchführung einer kommunalen Biotopverbundplanung für die Verwaltungsgemeinschaft Metzingen, Riederich und Grafenberg.

Die Planung wurde 2024 an ein Fachbüro vergeben. In enger Zusammenarbeit mit dem Fachbüro, der Biotopverbundbotschafterin des Landkreises Reutlingen sowie weiteren Fachbehörden wird die Planung unter Beteiligung der Öffentlichkeit erarbeitet.

Bisherige und weitere Schritte

2025

  • Sichtung vorhandener Pläne und Karten
  • Information der Öffentlichkeit über die laufende Planung
  • Erste Geländebegehungen
  • Gespräche mit Gebietskennerinnen und Gebietskennern

2026

  • Konkretisierung der Maßnahmen und Maßnahmenflächen
  • Abstimmung des Entwurfs mit den Fachbehörden
  • Öffentliche Auslegung des Entwurfs
  • Weitere Informations- und Beteiligungsveranstaltungen

Anfang 2027

  • Weitere Informations- und Beteiligungsveranstaltungen
  • Erstellung von Karten und Maßnahmenkatalogen mit unterschiedlich priorisierten Maßnahmen für alle beteiligten Kommunen
  • Fertigstellung der kommunalen Biotopverbundplanung und Veröffentlichung

Maßnahmenumsetzung

Die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Maßnahmenkatalog erfolgt auf freiwilliger Basis. Für die Umsetzung können verschiedene Fördermöglichkeiten genutzt werden, beispielsweise: Fördermittel nach den Landschaftspflegerichtlinien (LPR) und Förderprogramme des Landes Baden-Württemberg (bspw. FAKT).

Eine Biotopverbundplanung kann dadurch auch konkrete Potenzialflächen für Ausgleichsmaßnahmen oder das Ökokonto liefern.
Informationsbroschüre "Landesweiter Biotopverbund Baden-Württemberg"

Was jede und jeder Einzelne tun kann

Ein erfolgreicher Biotopverbund ist auf die Unterstützung vieler Akteurinnen und Akteure angewiesen. Auch private Grundstücke können wichtige Lebensräume und Vernetzungselemente für Tiere und Pflanzen darstellen.

Mit folgenden Maßnahmen können Sie die biologische Vielfalt fördern:

  • Blumenwiesen statt kurz gemähter Rasenflächen
  • Streuobstwiesen und alte Obstbäume erhalten
  • Einfriedungen mit Hecken gestalten
  • Heimische Pflanzenarten verwenden
  • Nisthilfen anbringen (bspw. Vogel- und Fledermauskästen)
  • Auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel verzichten
  • Naturschutz-, Obst- und Gartenbauvereine sowie lokale Initiativen unterstützen

Jetzt Mitmachen!

Sie besitzen oder bewirtschaften naturschutzfachlich wertvolle Flächen im Außenbereich oder möchten sich aktiv in die Biotopverbundplanung einbringen?

Dann freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme.

Auch ehrenamtliche Landschaftspflegeeinsätze können im Rahmen der Biotopverbundplanung gemeinsam mit Vereinen, Schulklassen oder anderen Interessierten durchgeführt werden. Allgemeine Informationen zum Biotopverbund sind auf der folgenden Seite der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg zu finden.

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